• Klinikkongress Ruhr
    16./17. Mai 2018
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    16./17. Mai 2018

Zum mittlerweile sechsten Mal fand am 16. und 17. Mai der KlinikKongress Ruhr statt. Zugleich handelte es sich um eine Premiere, wurde er doch zum ersten Mal in Essen ausgerichtet. Das neue Congress Center Ost der Essener Messe bot ein hervorragendes Ambiente, das aber leider nicht vollständig ausgenutzt werden konnte: Am späteren Nachmittag des ersten Kongresstages musste die Messe wegen eines Bombenfundes geräumt und die Abendveranstaltung abgesagt werden.

Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verteilten sich auf insgesamt 15 Foren, über die in diesem Heft an verschie¬denen Stellen berichtet wird. Eröffnet wurde der Kongress mit Grußworten des Oberbürgermeisters, Thomas Kufen, der Beauftragten der Landesregierung für Menschen mit Behinde¬rung sowie für Patientinnen und Patienten, Claudia Middendorf, und der Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Sabine Weiß. Die im Kreis Wesel beheimatete Staatssekretärin betonte zunächst ihre starke Verbundenheit mit dem Ruhrge¬biet, lobte das Ruhrgebiet und den KlinikKongress als Denk¬fabrik der Gesundheitswirtschaft und wandte sich dann den aktuellen Entwicklungen in der Bundespolitik, u.a. mit Blick auf eine eigenständige und Tariferhöhungen berücksichtigende Refinanzierung der Pflegekosten in Krankenhäusern. Mit der Einrichtung einer eigenen dafür zuständigen Abteilung signali¬siere das Ministerium den unbedingten Willen, zu nachhaltigen Durchbrüchen in der Digitalisierung des Gesundheitswesens zu kommen.

Dass die neue Landesregierung in der Krankenhauspolitik neue Akzente setzen will, verdeutlichte Helmut Watzlawik, der für Gesundheit zuständige Abteilungsleiter im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Seitens des Landes sei ein deutlicher Ausbau der Krankenhausinvestitionsfinanzierung in Angriff genommen worden – ein erster Schritt, um den über Jahre und Jahrzehnte angewachsenen Investitionsstau abzubauen. Da¬bei werde in Zukunft großer Wert auf einen Mitteleinsatz gelegt, der medizinische Spezialisierungen und regionale Verbünde befördert. Watzlawik verwies in diesem Zusammenhang auf eine „zweite Finanzierungssäule“, die Vorhaben von übergeord¬neter Bedeutung für die Entwicklung der Versorgungsstrukturen vorbehalten sei.

Dirk Ruiss (Foto) begrüßte dies für den Ver¬band der Ersatzkassen NRW, verwies aber auf einen aus seiner Sicht in der nordrhein-west¬fälischen Krankenhauslandschaft bestehen¬den Bereinigungsbedarf, den er vor allem an kleineren Häuser in eher ländlich geprägten Räumen festmachte. Der MedEcon-Vorsitzende, Prof. Karl-Heinz Jöckel, vertrat die Auffassung, dass die Schließung kleiner Krankenhäuser für das Ruhrgebiet keine sonderlich große Bedeutung habe, man vielmehr auf leistungsfähige Maximalversorger auf der einen und Verbundbildungen auf der anderen Seite setze. Gerade in der Verbundentwicklung sei die Region in den vergangenen fünf Jahren massiv vorangeschritten. Derartige Verbünde seien natürlich kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, um das Versorgungsangebot des Verbunds arbeitsteilig-kooperativ neu zu strukturieren. Dadurch könne auch das enorme Potenzial der Region für medizinische Spezialisierungen noch besser ausgeschöpft werden. Insofern sehe man sich durch die Leitlinien des Landes in der bisherigen Entwick¬lung bestärkt.

Einen besonderen Akzent setzte Prof. Jöckel, indem er die Ent¬wicklung der Ruhrgebietskran¬kenhäuser auch mit Blick auf die Versorgung eher ländlich geprägter Nachbarregionen thematisierte. Das Zusammenwirken zwischen urbanen und ländlichen Versor¬gungsräumen sollte nach Auffassung von MedEcon Ruhr noch stärker in den Blick der Versorgungsplanung genommen wer¬den, eine Position, die auch in der nachfolgenden Podiumsdis¬kussion aufgegriffen wurde – insbesondere von Rudolf Mintrop, Geschäftsführer des Klinikums Dortmund, und von Prof. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen. Holger Raphael (Geschäftsführer der Helios-Klinik Duisburg) setzte seinen Akzent auf die Orientierung an Qualitätskriterien, die aus seiner Sicht im Verbund der Helios-Kliniken beispielhaft operationalisiert worden sei.

In dieser Diskussionsrunde unter Moderation des MedEcon-Vor¬stands und Contilia-Geschäftsführers Heinz D. Diste wurde auch die zukünftige Entwicklung der Klinikberufe und insbesondere der Pflegeberufe thematisiert. Dr. Dirk Assauer, Pflegedirektor des Alfried-Krupp-Krankenhauses Essen, kritisierte das häufige Missverständnis, wonach es sich beim Pflegeberuf gewisserma¬ßen um eine die Medizin assistierende Tätigkeit handele und betonte die eigenständige Bedeutung der Pflege für krankenhau¬sinterne wie auch sektorenübergreifende Versorgungsprozesse, eine Position, die auch die Zustimmung von Prof. Dr. Kirsten Schmieder, der Ärztlichen Direktorin des Knappschaftskranken¬hauses Bochum, fand.

Weitere Artikel zu einzelnen Foren finden Sie im MedEcon Magazin 30, das hier zum Download zur Verfügung steht.

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